Ein Zebra in Bayern

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( oder: Nico bei einer merkwürdigen Veranstaltung namens Deutsche Meisterschaft der Leistungsklassen)

 

Sommer ist meist tote Hose.
Vereinzelt Training in viel zu heißer Halle – der ein oder andere spielt Turniere oder die Races.
Wenn man ganz wirr im Kopf ist dann folgt man dem Aufruf des TTVN sich für sein Schönes Bundesland ins Getümmel um den DM-Titel der Leistungsklassen zu schmeissen…

So nahm ich Freitag einen Tag Urlaub um die knapp 700 km ins Schöne Nittenau (irgendwo bei Regensburg) zu bewältigen.
Nach 8 Stunden Fahrt kam ich gut gelaunt in einem malerischen kleinen Städtchen an.
Ab 18.00 Uhr standen die beiden Hallen für das Warm-up Training bereit, und wir Teilnehmer aus Niedersachsen hatten uns hier zum Kennenlernen verabredet.

( NiSa hatte für die auszutragenden A/B/C Klassen jeweils 4 Startplätze für die Damen und Herrenkonkurrenz, wir hätten also mit insgesamt 24 Spielern teilnehmen können. Insgesamt waren wir 4 Mädels und 4 Herren – im Nachhinein erschliesst sich, dass dies nicht nur aufgrund der weiten Anreise begründet war )

Über das Turnier selbst:
Die Leistungsklassen waren deutlich benannt, ich startete bei den Herren C: bis 1600 QTTR

Hier zeigte sich dann aber schnell das größte Manko der DM: das Datum für die QTTR Feststellung ist in den Bundesländern nicht einheitlich gewählt…
Während zB NiSA hier den Wert Mitte Februar 2017 ansetzte – also Mitten im regulären Spielbetrieb, war es bei anderen Landesverbänden August 2016 (!).
Als Folge waren von den 32 Teilnehmern in meiner (C-)Klasse zum aktuellen Zeitpunkt die Hälfte der Teilnehmer über 1600 Punkten, einige brachten es bei Turnierbeginn sogar auf über 1700 Punkte.
Da stellt man sich dann doch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Leistungsklassen.

Über das Sportliche ist schnell berichtet:
In der Gruppenphase gegen 3 stärkere Gegner verdient verloren – dabei 2x einen Satz (ebenso verdient) geholt.
Ich hatte zwar nicht mein bestes Tischtennis zeigen können, aber schlecht war ich auch nicht drauf – somit ist der Ausgang sportlich okay.
Im Doppel war dann die Luft raus, und hier war nach einem Spiel im direkten K.O. das Turnier beendet.

Den Anderen aus NiSa erging es leider nicht viel besser als mir.
Einzig Nathalie Jokisch vom Jahn Rehburg (bei Hannover) schaffte es aus der Gruppe, und belegte  mit ansehnlicher moderner Abwehr sogar den Dritten Platz / Damen A.

Dicken Glückwunsch !!!

Zusammengefasst:

Positives:
– die Gastfreundschaft des ausrichtenden Vereines Nittenau (nur Euer Kaffee war zu teuer 😀 )
– die Tibhar Plastikbälle. Erstaunlich gut und Celluloid-ähnlich
– das Miteinander unter den Spielern – sowohl in unserem kleinen NiSa Team als auch mit den Anderen. Das hat schon Spass gemacht
– die kurze Rückreise Samstag nacht (700 km in 5,5 Std – bitte nicht nachmachen J )

Negatives:
– keine echten Leistungsklassen (zumindest bei den Herren C)
– mangelnde Unterstützung des TTVN (keinerlei Kostenbeteiligung für Anreise & Unterkunft/ kein Support für einheitliches Outfit )
– merkwürdige Materialprüfung. Es wurde jeder Schläger kontrolliert, und wohl eine zweistellige Zahl von Noppen wegen angeblicher unzulässiger Noppenlänge beanstandet (  bei namhaften und definitiv unbehandelten Belägen)

Fazit:

Als DM der Leistungsklassen war die Veranstaltung zumindest in der 1600er-Klasse absoluter Blödsinn.
Wenn man eine tatsächliche Leistungsstärken-Einordnung haben möchte, dann muss der Stichtag einheitlich am Saison-Ende direkt vor der DM festgelegt werden.

Ist es einem egal, dass man nur Lehrgeld bezahlt, und der Spass am Sport sowie das „Drumherum“ im Vordergrund steht – und man dafür auch gerne Geld & Freizeit opfert – dann kann man sowas mitmachen.

Mal gucken wo das Ganze im nächsten Jahr stattfindet. Irgendwie war es schon lustig J Außerdem war es schön viele nette Menschen aus den verschiedensten Verbänden kennenzulernen.