„Gruß aus der Isolation“ – Die Kinder bei Laune halten

Wir lassen Sportler aus unserem Verbreitungsgebiet über das Leben in Zeiten von Kontaktsperren, Homeoffice und Hamsterkäufen berichten. Heute: Timo Spiewack, 31 Jahre alt, Tischtennisspieler beim FC Hambergen.

Herr Spiewack, wie geht es Ihnen, und wie halten Sie sich derzeit fit?

Timo Spiewack: Mir geht es sehr gut, auch weil ich weiterhin als Prüfingenieur arbeiten kann. Sport ist bei mir zurzeit Mangelware, joggen gehe ich nicht. Allerdings haben wir gerade in Heilshorn ein Haus gekauft und legen 2000 Quadratmeter Garten an.Wozu kommen Sie gerade, wofür ansonsten wenig Zeit bleibt?

Durch den Wegfall der Punktspiele gehören vor allem die Wochenenden jetzt der Familie. Manchmal machen wir gemeinsame Fahrradtouren, oder ich halte die Kinder beim Trampolinspringen oder Fußballspielen bei Laune. Hin und wieder dürfen sie auch auf unserem Trecker mitfahren. Zudem fällt mir auf, dass ich abends früher schlafe.

Was vermissen Sie momentan am meisten?

Ehrlich gesagt fehlt mir Tischtennis mehr als ich gedacht habe. Darüber hinaus natürlich die Geselligkeit, also sich mit Freunden zu treffen, beispielsweise bei einem Grillabend. Außerdem vermisse ich die Aussicht auf Urlaub. Unsere geplante Auslandreise nach Portugal kann ich wohl schon abhaken, vielleicht ist ja zumindest im Juni eine Woche an der Ostsee möglich. Tatsächlich wäre es auch eine Erleichterung, wenn die Kitas absehbar wieder öffnen dürften.Was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit?

Uns geht es eigentlich viel zu gut. Der Standard unserer Lebensqualität ist sehr hoch, und wir kehren gerade ein wenig zur Realität zurück und realisieren, dass wir auch mit weniger auskommen könnten. Ich bin überhaupt nicht grün angehaucht, und trotzdem mache ich mir Gedanken, ob Billigflieger und die Vielzahl an Geschäftsreisen wirklich sein müssen. Kein Mensch braucht auch in der Woche fünfmal einkaufen zu gehen. Konzentrieren wir uns lieber auf die wichtigen Dinge wie Familie, Freunde und den Job.Das Gespräch führte Frank Mühlmann.

Von Frank Mühlmann 20.04.2020 Link